Achtsam gegen den Weihnachtsstress

Scheinbar simple Technik hilft, die Adventszeit zu genießen

(Lasbek). Mit jedem Wochenende scheint die Vorweihnachtszeit stressiger zu werden, bis zum großen Finale am Heiligen Abend, der in vielen Familien alle Jahre wieder wenig harmonisch endet. Zum Ausklang folgen dann häufig noch wechselseitige Familienbesuche – auch nicht immer die reine Freude. Corinna Wietelmann, psychologische Beraterin und Mentalcoach aus Ort, schwört auf eine scheinbar simple Technik. Die, sagt Coach-Conny, kann jeder anwenden.

„Auch Mentalcoaches sind gegen Weihnachtsstress nicht gefeit“, sagt die psychologische Beraterin. „Aber: Achtsamkeit hilft!“ Corinna Wietelmann ist Mitglied im VFP, dem größten Berufsverband freier Psychotherapeuten und Heilpraktiker für Psychotherapie in Deutschland. Viele ihrer Kollegen arbeiten – mit Klienten und für sich persönlich – mit Achtsamkeit, sagt sie: Den Begriff kennt Mancher vielleicht aus der Gedankenwelt des Buddhismus, und in der Tat kommt das der Sache ziemlich nahe, erklärt Coach-Conny: „Viele Menschen verwechseln Achtsamkeit mit Konzentration. Dabei ist Konzentration eigentlich das genaue Gegenteil: Man fokussiert sich auf etwas, auf eine Aufgabe oder ein Thema. Bei der Achtsamkeit ist man offen und nicht fokussiert.“

Und wie soll das Helfen gegen Terminstress und quengelnde Kinder auf dem Weihnachtsmarkt? „Wer achtsam ist, nimmt natürlich auch das wahr, was nervt und stresst. Der Punkt ist aber, dass man eben nicht darauf fokussiert ist, sondern offen bleibt auch für andere, schöne Dinge, Erfahrungen und Momente.“ Das funktioniert, so die Fachfrau, indem man „bewertungsfrei wahrnimmt. Also beispielsweise, ich habe Kopfschmerzen‘ oder ,ich fühle mich erschöpft‘ – und fertig. Keine Wertung, einfach nur den Fakt feststellen – und dann nicht weiter drauf rumdenken!“

Die Aufmerksamkeit soll sich öffnen für das, was in dem Moment geschieht, betont Coach – Conny – also weder in die Zukunft denken, noch an etwas – meist Ärgerlichem – in der Vergangenheit hängen.

„Der eigentliche Trick ist“, so die psychologische Beraterin, „dass durch die Achtsamkeit einerseits ständig neue – und eben auch schöne! – Eindrücke ankommen, die auch gute Gefühle auslösen. Unangenehmes wird wahrgenommen und registriert – und dann wieder losgelassen. Man bleibt also seelisch im Fluss und vermeidet das uneffektive und wirklich nicht hilfreiche Festhalten an dem, was stört.“ Man ist, sagt Conny, bewusst in der Gegenwart. „Das klingt simpel, braucht aber etwas Übung. Viele Volkshochschulen und auch Coach – Conny bieten dazu Kurse an. Achtsamkeit macht das Leben leichter!““ (awi, 29.11.2017)

 

 

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