Alle Kinder haben gleiche Chancen – oder doch nicht?!

Alle Kinder haben gleiche Chancen – oder doch nicht?!

Ich bin jetzt seit über 15 Jahren Tagesmutter und liebe das, was ich tue, auch wenn mir an manchen Tagen die Kraft ausgeht. Ich habe unendlich viele Fort – und Weiterbildungen besucht, sie alle aus eigener Tasche bezahlt um mich auf „Handicapkinder“ zu spezialisieren – wie ich dieses Wort hasse. Ich renne seit Jahren von Ponzius zu Pilatus, um das, was ich tun will auch tun zu dürfen – mich als Tagesmutter mit Weiterbildung um Kinder mit ADHS, Autismus, Wahrnehmungsstörungen und Entwicklungsverzögerungen aller Art kümmern zu dürfen. Ich mache das weil es das ist, was ich tun will und weil ich die wahnwitzige Idee hatte, ich könnte diesen Kindern und deren Eltern helfen. Helfen, dass diese Kinder irgendwann nach ihren eigenen Vorgaben gut und glücklich leben können. Helfen, diesen Kindern zu ermöglichen, irgendwann und irgendwie in unser gesellschaftliches System zu passen – wie auch immer das aussehen mag.

Das Kinder, die mit Handicap geboren wurden – egal, auf welche Art und Weise – spätestens in der Schule begreifen, dass sie anders sind und nicht in unsere gesellschaftlichen NORM – Vorgaben passen, ist nicht neues. Das diese Kinder, die nicht einwandfrei die gesellschaftlich auferlegten Normen erfüllen, in Schulen ausgegrenzt, abgestempelt und oftmals verwiesen werden, ist auch nichts neues.

Das jetzt aber schon Kindergärten anfangen, diese Kinder die nicht die auferlegte gesellschaftliche Norm erfüllen, auszusortieren war mir bis heute neu und ich bin zu tiefst entsetzt und erschüttert – in einem Zeitalter der „Inklusion“…

Wenn Kindergärten jetzt schon anfangen, Kinder mit Handicap vor die Tür zu setzen und Eltern auffordern, sie sollen sich einen anderen Betreuungsplatz suchen, frage ich mich „WO ist hier die ach so toll angepriesene Inklusion“??

Wenn jetzt schon Kindergärten anfangen, diese Kinder, die es sowieso schon schwerer haben im Leben, als andere Kinder vor die Tür zu setzen, OBWOHL bekannt ist, dass diese Kinder ihre individuellen Baustellen haben, man aber daran arbeiten kann, dann ist unsere Inklusion und die Inklusionsvereinbarung mit all ihren Punkten nicht das Papier wert, auf dem sie vereinbart wurde.

Für mich sind die momentan in einigen Kindergärten im Raum Schleswig – Holstein ein Armutszeugnis großer Güte – für die Kindergärten und Schleswig – Holstein.

NEIN, ich greife nicht alle Kindergärten in Schleswig – Holstein an, zum Glück gibt es ja noch die Kindergärten, die sich bemühen und der Inklusion gerecht werden – allerdings werden es anschaulich immer weniger Kindergärten, die sich noch Mühe geben und auch den Kindern, die unseren gesellschaftlichen Normen nicht genügen, eine echte, reale Chance geben.

Ich, und damit meine ich das Kinderhaus KF in 23847 Lasbek, wir haben noch kein Kind zurückgewiesen oder wieder vor die Tür gesetzt, weil es sich in einigen Lebensbereichen schwerer tut – WIR haben uns eine Frühförderung besorgt, die uns dabei hilft, diesen Kindern eine Chance zu geben.

Doch wenn ich mir diese Entwicklung anschaue, wird mir einfach nur spei-übel…wenn jetzt schon Kindergärten diesen Kindern die Entwicklungsmöglichkeiten versagen ist der Weg dieser Kinder, der Handicap Kinder, unserer Kinder vorprogrammiert.

Mit diesen Machenschaften stellt sich Schleswig – Holstein ein Armutszeugnis aus!

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